Ein Freund erzählte mir Anfang 2007 von einem Forschungsvorhaben einiger Wissenschaftskollegen der Universität Regensburg zur Sprache und Kultur der deutschen Minderheit im westlichsten Verwaltungsgebiet der Ukraine. Ich war sofort interessiert daran, im Frühjahr 2007 eine Forschergruppe dorthin zu begleiten.

Kaum jemand interessiert sich für Regionen kurz hinter den Grenzen der Europäischen Union, daher habe ich diese Gelegenheit ganz bewusst wahrgenommen. Im Frühjahr 2007 war es mir so das erste Mal möglich eine Reise nach Transkarpatien zu unternehmen und als fotografischer Begleiter eines Sprachwissenschaftlers und einer Kulturwissenschaftlerin erste Eindrücke zu sammeln. Das Gebiet hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und bei der intensiven Auseinandersetzung mit meinen Fotos wurde mir immer mehr bewusst, dass meine erste Transkarpatien-Reise lediglich ein erstes Herantasten an die Komplexität dieses Gebietes gewesen sein konnte. 

Der Westen der Ukraine ist ein Gebiet, das von jeher zwischen den Einflüssen des Ostens und des Westens hin- und her gerissen war. Immer am Rand – heute am Rande der Europäischen Union und am Rande der sich weit in den Osten erstreckenden Ukraine – konnte dieser Landstrich seine Identität bis heute nicht eindeutig definieren.

Im Jahr 2008 reiste ich ein zweites Mal nach Transkarpatien und begleitete unter anderem eine Woche lang die Arbeit und den Alltag in einem Kinderferienheim für bedürftige Kinder in der Stadt Perechyn.